Wer die Suchfunktion in einem Onlineshop nutzt, hat häufig bereits eine konkrete Vorstellung davon, was er oder sie finden möchte. Umso problematischer ist es, wenn statt passender Produkte eine Meldung wie „Keine Ergebnisse gefunden“ erscheint.
Null-Treffer-Seiten lassen sich zwar nicht immer vollständig vermeiden. Du kannst jedoch dafür sorgen, dass sie seltener auftreten und Kund:innen auch nach einer erfolglosen Suche sinnvolle Wege durch dein Sortiment finden. In diesem Beitrag erfährst du, warum Null-Treffer-Seiten entstehen, wie du sie vermeiden kannst und welche Elemente dabei helfen, Kund:innen trotz erfolgloser Suche im Onlineshop zu halten.
Was sind Null-Treffer-Seiten?
Null-Treffer-Seiten sind Suchergebnisseiten in einem Onlineshop, auf denen zu einer Suchanfrage keine passenden Ergebnisse angezeigt werden. Sie entstehen beispielsweise durch Tippfehler, abweichende Produktbezeichnungen, zu enge Filter oder fehlende Produkte. Eine gut gestaltete Seite hilft Kund:innen dabei, ihre Suche trotzdem fortzusetzen.
Warum sind Null-Treffer-Seiten im E-Commerce problematisch?
Eine leere Suchergebnisseite unterbricht die Produktsuche genau in dem Moment, in dem Kund:innen aktiv nach einem Artikel suchen. Die Seite sollte deshalb nicht zu einer Sackgasse werden.
Besonders problematisch sind Null-Treffer-Seiten aus drei Gründen:
- Kund:innen können annehmen, dass ein Produkt nicht verfügbar ist, obwohl es im Sortiment vorhanden ist.
- Eine erfolglose Suche erzeugt zusätzlichen Aufwand, weil Suchende selbst einen neuen Begriff ausprobieren oder zurück zur Navigation wechseln müssen.
- Wiederholt schlechte Sucherfahrungen können dazu führen, dass Besucher:innen die Produktsuche abbrechen und den Shop verlassen.
Die Shopsuche ist damit nicht nur eine technische Funktion. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Produktnavigation und sollte möglichst zuverlässig zwischen der Sprache deiner Kund:innen und deinem Produktkatalog vermitteln.
Warum entstehen Null-Treffer-Seiten?
Die Ursache liegt nicht immer beim Sortiment. Oft verhindern Suchlogik, Produktdaten oder Filter, dass vorhandene Produkte gefunden werden.
Tipp- und Rechtschreibfehler
Ein vertauschtes Zeichen oder ein falsch geschriebener Markenname sollte eine Produktsuche möglichst nicht beenden. Gerade auf Mobilgeräten können Tippfehler schnell entstehen.
Eine fehlertolerante Suche kann ähnliche Schreibweisen erkennen und trotzdem relevante Ergebnisse anzeigen.
Unterschiedliche Begriffe und Synonyme
Kund:innen verwenden nicht zwingend dieselben Begriffe wie dein Produktkatalog.
Ein Produkt kann beispielsweise als „Kapuzenpullover“ hinterlegt sein, während jemand nach einem „Hoodie“ sucht. Gleiches gilt für Begriffe wie „Sofa“ und „Couch“ oder „Sportschuhe“ und „Sneaker“.
Fehlen entsprechende Synonyme in der Suchlogik, können passende Produkte unentdeckt bleiben.
Unvollständige Produktdaten
Eine Suchfunktion kann nur auf Informationen zurückgreifen, die ihr zur Verfügung stehen. Fehlen wichtige Eigenschaften in Produkttiteln, Beschreibungen, Kategorien oder anderen Produktdaten, können relevante Artikel bei bestimmten Suchanfragen durchs Raster fallen.
Das gilt besonders für Eigenschaften wie Farbe, Material, Einsatzzweck, Größe oder Produkttyp.
Sehr konkrete Suchanfragen
Suchanfragen können zunehmend detailliert ausfallen. Statt nur nach „Laufschuhen“ zu suchen, könnte eine Person beispielsweise „schwarze wasserdichte Laufschuhe für den Winter“ eingeben.
Je mehr Bedingungen eine Anfrage enthält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine klassische Keyword-Suche keinen exakten Treffer findet. Moderne Suchfunktionen können deshalb Suchbegriffe breiter interpretieren oder eine zu konkrete Anfrage schrittweise lockern.
Zu restriktive Filter
Auch eine zunächst erfolgreiche Suche kann zu null Ergebnissen führen. Das passiert beispielsweise, wenn Kund:innen anschließend mehrere Filter für Größe, Farbe, Preis oder Verfügbarkeit kombinieren.
In diesem Fall solltest du deutlich machen, welche Filter aktiv sind, und eine einfache Möglichkeit anbieten, einzelne Filter oder alle Einschränkungen wieder zu entfernen.
Produkte sind nicht verfügbar oder auffindbar
Manchmal ist ein Produkt zwar im System vorhanden, aber nicht für den Onlineshop veröffentlicht, nicht mehr verfügbar oder für bestimmte Märkte beziehungsweise Kundengruppen eingeschränkt.
Auch Probleme bei der Indexierung oder Synchronisierung einer Suchlösung können dazu führen, dass vorhandene Inhalte nicht erscheinen.
So kannst du Null-Treffer-Seiten vermeiden
Die beste Null-Treffer-Seite ist eine, die Kund:innen möglichst selten sehen. Deshalb lohnt es sich, nicht nur die Ergebnisseite selbst zu optimieren, sondern bereits bei der Shopsuche anzusetzen.
1. Nutze eine fehlertolerante Suche
Die Suche sollte kleinere Tippfehler und unterschiedliche Schreibweisen erkennen können. So müssen Kund:innen einen Produkt- oder Markennamen nicht exakt so eingeben, wie er in deinem Katalog hinterlegt ist.
2. Hinterlege wichtige Synonyme
Analysiere, welche Begriffe deine Kund:innen verwenden und wie sich diese von deinen Produktbezeichnungen unterscheiden.
Typische Synonympaare können beispielsweise sein:
- Sofa und Couch
- Kapuzenpullover und Hoodie
- Turnschuhe, Sportschuhe und Sneaker
- Notebook und Laptop
Welche Synonyme für deinen Shop sinnvoll sind, hängt von deinem Sortiment und dem tatsächlichen Suchverhalten deiner Kund:innen ab.
3. Verwende Suchvorschläge
Eine vorausschauende Suche kann bereits während der Eingabe passende Produkte, Kategorien oder Suchbegriffe vorschlagen.
Dadurch erhalten Kund:innen Orientierung, bevor sie eine vollständige Suchanfrage abschicken. Gleichzeitig kannst du verhindern, dass ungewöhnliche oder falsch geschriebene Begriffe überhaupt zu einer Null-Treffer-Seite führen.
4. Pflege deine Produktdaten
Prüfe, ob deine Produktinformationen die Begriffe und Eigenschaften enthalten, nach denen Kund:innen tatsächlich suchen könnten.
Neben einem eindeutigen Produkttitel können beispielsweise Material, Farbe, Einsatzzweck, Produkttyp und relevante alternative Bezeichnungen wichtig sein.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Suchbegriffe in eine Produktbeschreibung einzubauen. Produktdaten sollten das Produkt präzise und verständlich beschreiben.
5. Fange zu spezifische Suchanfragen ab
Bei sehr engen Suchanfragen kann es sinnvoll sein, die Suche schrittweise zu erweitern.
Gibt es beispielsweise für „schwarze Ledersandalen mit Plateau“ keinen exakten Treffer, könnten passende Plateausandalen oder schwarze Sandalen eine hilfreiche Alternative darstellen.
Auch semantische Suchtechnologien können dazu beitragen, die Bedeutung einer Anfrage stärker zu berücksichtigen, statt ausschließlich nach identischen Begriffen zu suchen.
So gestaltest du eine hilfreiche Null-Treffer-Seite
Nicht jeder Null-Treffer lässt sich vermeiden. Vielleicht sucht jemand nach einem Produkt, das du tatsächlich nicht anbietest. In diesem Fall entscheidet die Gestaltung der Seite darüber, ob die Produktsuche endet oder weitergeht.
Kommuniziere das Ergebnis eindeutig
Teile klar mit, dass für die eingegebene Suchanfrage keine passenden Ergebnisse gefunden wurden.
Vermeide technische Fehlermeldungen oder Formulierungen, die den Eindruck vermitteln, die Person habe etwas falsch gemacht. Sinnvoller ist eine kurze Erklärung mit konkreten Möglichkeiten für den nächsten Schritt.
Lass die Suchanfrage sichtbar
Zeige den eingegebenen Begriff weiterhin an. So können Kund:innen ihre ursprüngliche Suche kontrollieren und beispielsweise einen Tippfehler leichter erkennen.
Ein gut sichtbares Suchfeld ermöglicht es, die Anfrage direkt anzupassen, ohne erst auf eine andere Seite wechseln zu müssen.
Schlage alternative Suchbegriffe vor
Wenn eine ähnliche oder allgemeinere Suche wahrscheinlich bessere Ergebnisse liefert, kannst du entsprechende Begriffe vorschlagen.
Aus einer sehr spezifischen Anfrage können beispielsweise mehrere breitere Varianten entstehen. Wichtig ist, dass die Vorschläge weiterhin zur ursprünglichen Suchabsicht passen.
Biete passende Produkte als Alternative an
Eine Null-Treffer-Seite muss nicht leer bleiben.
Je nach Suchanfrage und Sortiment kannst du beispielsweise folgende Alternativen anzeigen:
- ähnliche Produkte
- Produkte aus einer verwandten Kategorie
- beliebte Produkte
- Bestseller
Die Empfehlungen sollten möglichst einen Bezug zur ursprünglichen Suche haben. Beliebige Produkte können eher von der eigentlichen Kaufabsicht ablenken.
Biete alternative Wege durch dein Sortiment
Neben Produkten können Kategorien oder andere Einstiegspunkte hilfreich sein. Gerade bei größeren Sortimenten ermöglichen sie Kund:innen, ihre Suche auf einem anderen Weg fortzusetzen.
Auch ältere Beispiele für Null-Treffer-Seiten zeigen bereits diesen Grundgedanken: Statt Nutzer:innen allein auf einer leeren Seite zurückzulassen, werden alternative Kategorien, Marken oder andere Navigationsmöglichkeiten angeboten.
Mache aktive Filter leicht rückgängig
Falls Filter für den Null-Treffer verantwortlich sind, sollten diese auf der Seite deutlich sichtbar sein.
Idealerweise können Kund:innen einzelne Filter entfernen oder mit einer Funktion wie „Alle Filter löschen“ zur breiteren Ergebnismenge zurückkehren.
Nutze Null-Treffer als Datenquelle
Null-Treffer sind nicht nur ein Problem der User Experience. Sie können dir wertvolle Hinweise darauf geben, wie Kund:innen über deine Produkte sprechen und wonach sie suchen.
Analysiere deshalb regelmäßig Suchanfragen ohne Ergebnis.
Besonders interessant sind dabei folgende Fragen:
- Welche Suchbegriffe führen besonders häufig zu null Ergebnissen?
- Gibt es passende Produkte, die unter einer anderen Bezeichnung geführt werden?
- Fehlen relevante Synonyme oder Produktinformationen?
- Werden bestimmte Produkte häufig gesucht, obwohl du sie nicht anbietest?
- Entstehen Null-Treffer vor allem nach der Nutzung bestimmter Filter?
- Ändern Kund:innen ihre Suche anschließend oder verlassen sie den Shop?
Wiederkehrende Null-Treffer können unterschiedliche Maßnahmen erfordern. Fehlt lediglich ein Synonym, kannst du die Suchlogik anpassen. Werden regelmäßig Produkte gesucht, die nicht zu deinem Sortiment gehören, können die Daten dagegen auf eine mögliche Sortimentslücke hinweisen.
Häufen sich Suchanfragen rund um ein gemeinsames Thema, kann außerdem eine eigene Kategorie oder Collection sinnvoll sein. Damit wird aus einer erfolglosen Suchanfrage ein Hinweis darauf, wie Kund:innen dein Sortiment strukturieren und entdecken möchten.
Welche Kennzahlen helfen bei der Optimierung?
Neben einzelnen Suchbegriffen lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung deiner Shopsuche insgesamt.
Hilfreiche Kennzahlen sind beispielsweise:
- Null-Treffer-Rate: Wie viel Prozent aller Suchanfragen liefern keine Ergebnisse?
- Häufigste Null-Treffer-Suchbegriffe: Welche Anfragen scheitern besonders oft?
- Search Refinement Rate: Wie häufig ändern Kund:innen ihre Suchanfrage anschließend?
- Exit Rate nach der Suche: Wie oft verlassen Besucher:innen den Shop nach einer Suche?
- Conversion-Rate nach der Suche: Wie häufig führt eine Produktsuche anschließend zu einem Kauf?
Die Werte helfen dir dabei, Veränderungen über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Gleichzeitig kannst du prüfen, ob Anpassungen an Synonymen, Produktdaten oder Suchlogik tatsächlich zu weniger erfolglosen Suchanfragen führen.
Null-Treffer-Seiten bei Shopify optimieren
Wenn du einen Shopify-Store betreibst, kannst du verschiedene Funktionen nutzen, um die Produktsuche stärker an das Suchverhalten deiner Kund:innen anzupassen.
Mit Shopify Search & Discovery lassen sich unter anderem Synonymgruppen verwalten und Suchergebnisse anpassen. Außerdem kannst du Suchanfragen ohne Ergebnisse auswerten. Die vorausschauende Suche kann bereits während der Eingabe passende Ergebnisse anzeigen.
Gerade die Kombination aus Suchdaten und Synonymen ist für Null-Treffer interessant. Stellst du beispielsweise fest, dass Kund:innen regelmäßig einen Begriff verwenden, der in deinen Produktdaten nicht vorkommt, kannst du prüfen, ob eine Synonymgruppe die Verbindung zur passenden Produktbezeichnung herstellt.
Auch deine Filter solltest du im Blick behalten. Je nach Theme und Konfiguration können Filter auf Such- und Kategorieseiten eingesetzt werden. Dabei ist wichtig, dass ihre Kombination Kund:innen nicht unnötig in eine Sackgasse führt.
Die eigentliche Null-Treffer-Seite bleibt trotzdem relevant. Selbst eine gut konfigurierte Suche kann keine passenden Produkte anzeigen, wenn ein Artikel tatsächlich nicht zu deinem Sortiment gehört. Für diesen Fall sollten Kund:innen alternative Produkte, Kategorien oder eine neue Suche angeboten bekommen.
In diesem Video (auf Englisch) stellen wir dir die Funktionen von Shopify Search & Discovery vor:
Fazit: Null-Treffer-Seiten als Teil der Produktsuche betrachten
Null-Treffer-Seiten lassen sich nicht vollständig verhindern. Sie müssen jedoch auch keine Sackgasse innerhalb deines Onlineshops darstellen.
Der wichtigste Ansatz besteht aus zwei Teilen: Reduziere vermeidbare Null-Treffer durch eine fehlertolerante Suche, Synonyme, passende Produktdaten und sinnvolle Suchvorschläge. Gestalte unvermeidbare Null-Treffer gleichzeitig so, dass Kund:innen ihre Produktsuche über alternative Begriffe, Produkte oder Kategorien fortsetzen können.
Eine regelmäßige Analyse erfolgloser Suchanfragen zeigt dir außerdem, wo deine Shopsuche, deine Produktinformationen oder möglicherweise sogar dein Sortiment noch nicht mit den Erwartungen deiner Kund:innen übereinstimmen.




